Liturgische Begriffe


Andacht

Andächtig sollten wir vor allem als Kinder sein, womit Eltern und Pfarrer immer das Gegenteil zu unruhig, zappelig und geschwätzig meinten. Eine Andacht soll dazu helfen, in eine andächtige Haltung zu kommen, ruhig zu werden, sich zu sammeln und alles unwichtige hinter sich zu lassen. Dazu tragen ruhige Musik,  einfache Gesänge und bekannte Gebete bei.
 

Choral

Wer in der Kirche ein Gesangbuch aufschlägt, wird mit Sicherheit auf Choräle stoßen. Es handelt sich dabei  um eine alte Liedform. In einer einstimmigen Variante singen alle mit, wenn's vier- oder noch mehrstimmig wird, ist ein Kirchenchor gefragt. Die schönsten Choralsätze stammen von Johann Sebastian Bach, dessen 250. Todestag wir im Jahr 2000 begnagen haben.
 

Gospel

Gospel-Musik ist eine Erfindung der afro-amerikanschen Sklaven in den USA. Sie haben darin ihre Gefühle - ihren Schmerz  genauso wie ihre Freude - zum Ausdruck gebracht und als gesungenes Gebet  vor Gott getragen. Beeindruckend ist die Lebensfreude, die darin - trotz  widriger Umstände - zum Ausdruck kommt. Viele amerikansiche Pop-Sänger  wie Whitney Houston haben ihre ersten musikalischen Gehversuche in einem Gospelchor unternommen.
 

Gregorianischer  Gesang

Es ist mit die älteste überlieferte  Musik in unserem Kulturkreis, der Gregorianische Gesang der Mönche:  Zwar ist die Musik von damals noch einstimmig aber nicht minder beeindruckend. Kein Wunder, dass sogar die moderne Pop-Musik daran Anleihen macht.
 

Heiliger Geist

Manche sagen, er hat die Gestalt von Feuerzungen oder von einer Taube, aber wirklich gesehen hat ihn noch keiner, den  Heiligen Geist. Aber dass es ihn gibt, und dass ohne ihn und seine Inspiration nichts ginge, das ist für Christen ohne Zweifel. Inspiration kommt  schließlich von "spiritus", das ist lateinisch und heißt nichts anderes als Geist. Alljährlich zu Pfingsten wird besonders  um den Heiligen Geist gebetet, dass er die Kirchen inspriert in ihrer Rolle, die sie hier auf Erden spielen.
 

Komplet

Im Alltag der Ordensleute gibt es täglich mehrere feste Gebetszeiten. Die Komplet beendet den Tag (bei den Benediktinern meist relativ früh am Abend, weil der neue Tag bereits sehr früh  am Morgen beginnt)
 

Meditation

Glauben geht nicht nur über den Verstand sondern über alle Sinne: wer meditiert denkt nicht zwanghaft nach sondern schickt seine Gedanken auf eine Reise, auf der ihn Musik, Texte oder Bilder führen.
 

Pfingsten

Sieben Wochen (7x7 Tage!) nach dem Osterfest schickt Gott den in Jerusalem versammelten Aposteln den Heiligen Geist als Beistand. Dies äußert sich so, dass die bis dahin verängstigten Apostel am Pfingsttag erstmals öffentlich auftreten und mit Feuerzungen  über ihren Köpfen in allen Sprachen von Jesus Christus erzählen.  Nachzulesen in der Bibel, Apostelgeschichte Kapitel 2
 

Sakristei

Die Sakristei ist zwar nicht der wichtigste Ort  in der Kirche, aber ohne eine Sakristei würde in der Kirche nichts  funktionieren: dort hängen die Meßgewänder und Talare,  dort wird der Wein und die Hostien für das Abendmahl aufbewahrt,  von dort aus kann der Küster die Glocken läuten, und dort liegen all die Bücher, die man für den Gottesdienst braucht. Es ist also, Umkleidezimmer, Bibliothek, Vorratsraum und manchmal auch  Werkstatt in einem.
 

Taizé

ist ein kleiner Ort in Burgund (Frankreich). Seit  dem zweitenWeltkrieg lädt Frère Roger Schütz dorthin  Menschen ein, denen Versöhnung ein Anliegen ist. Es geht ihm um die Versöhnung der Nationen genauso wie die der Konfessionen. Die  Attraktivität von Taizé ist auch heute noch ungebrochen, so dass aus zu dem kleinen Dorf eine  riesige Zeltstadt dazu gekommen ist. Ökumene wird in Taizé schon lange praktiziert, die Lieder aus Taizé kann man auch hier  gut und gerne singen.

(Eine sehr ausführliche Liste liturgischer Begriffe finden Sie außerdem im Glaubens-ABC der ev. Landeskirche in Württemberg.)

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